Samstag, 1. Oktober 2016

Illusion der Wahrheit






Ich sitze hier und schaue wie gebannt auf einen Punkt. Dort an der Wand. Er ist imaginär. Nicht vorhanden, aber doch da. Ist diese Behauptung tatsächlich wahr? Wenn Sie mich fragen, lautet die Antwort „ja“. Meiner Meinung nach, sind Dinge die wir nicht sehen können, nur unsichtbar. Das sie mich für verrückt halten, ist mir durch aus bewusst. Da stellt sich mir doch folgende Frage. Wie kann es sein, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Gott existiert. „Er ist alles“, sagen die Gläubigen. Jedoch leibhaftig wurde er noch nie erblickt. Angeblich spricht er durch Propheten. Allerdings sind viele Propheten schon tot und wir können sie nicht fragen, ob sie sich das Ganze bloß ausgedacht haben.



Sie brauchen mir nicht zu glauben. Ich glaube mir ja selbst nicht. Denn Glaube setzt Vertrauen voraus und Selbstvertrauen habe ich nicht. Hätte ich es, würde ich hier nicht sitzen, sondern in der Sauna schwitzen. Jeder ist doch seines eigenen Glückes Schmied, wenn es überhaupt so etwas wie Glück gibt. Oder ist das nur eine positive Form des Zufalls? Und ist der Zufall auch nur ein Ausdruck des Schicksals? Ist demzufolge also dieser Spruch dafür da, den Menschen vorzugaukeln, dass der Mensch sein eigener Herr sei?

Damit das bestehende System weiterhin funktionieren kann und das Rad des Geldes sich weiterdreht, letzten Endes die Welt vor die Hunde geht?

Werte wie Nächstenliebe, Rücksichtnahme, Toleranz, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Respekt sind heutzutage selten geworden.

Sie wurden verdrängt von dem Wunsch nach Reichtum (viel Geld zu besitzen), um zu konsumieren und die Besitztümer die man angehäuft hat, nicht zu verlieren. Außerdem spielt der Status eine zentrale Rolle. Deshalb tun die Leute alles, um ihren Ruf zu schützen. Da fällt mir ein Spruch ein. Er passt vortrefflich: „wie gewonnen so zerronnen“ Sie scheinen wohl nicht zu begreifen, dass ihre Zeit nur eine vergängliche Seifenblase im Winde ist. Staub und die Gedanken an Sie, sind das Einzige, was nach ihrem Tod hier auf Erden bleibt.


Doch was weiß ich schon. Ich bin nur verrückt, das steht fest. Eines weiß ich ganz genau, dass ich nichts weiß und dass der Himmel blau ist, wenn die Sonne scheint. Doch was für ein Hohn, diese Wahrheit ist auch nur Illusion.

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